Jagen im Ausland – Was sie beachten müssen

Jagen im Ausland – Was sie beachten müssen

Wer im Ausland auf die Jagd gehen möchte, muss einige Besonderheiten beachten und Vorkehrungen treffen. Einfach mit der Flinte im Kofferraum über die Grenze nach Dänemark oder Österreich fahren und sich dort nach einem kapitalen Bock umzuschauen, kann empfindliche Strafen nach sich ziehen. Ohne Erlaubnis gilt ein erlegtes Tier als gewildert, worauf auch in Deutschland bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe drohen.

Gibt es einen international gültigen EU-Jagdschein?

JagdscheinGleich vorab sollte ein in vielen Foren genannter Irrtum ausgeräumt werden – einen internationalen bzw. EU-Jagdschein analog zur EU-Führerscheinkarte gibt es so in dieser Form nicht!
Wichtig ist, um im In- und fast jedem Ausland auf die Jagd gehen zu dürfen, benötigt man zuallererst einen (nationalen) Jagdschein, der mittels theoretischer und praktischer Prüfungsleistungen erworben werden muss. Die Voraussetzungen sind überall anders, sollten aber einigermaßen vergleichbar sein. Gemeinhin gilt die deutsche Jägerprüfung als vergleichsweise schwierig, einige Länder verlangen noch nicht einmal solch ein offiziell abgenommenes Examen.
Mancherorts wird im Internet auch für einen EU-Jagdschein geworben, der “weltweite und lebenslange” Gültigkeit verspricht. Allerdings sollte man mit solchen Angeboten vorsichtig sein, richten sie sich doch vorrangig an Leute, denen hierzulande wegen irgendwelcher Strafdelikte der Jagdschein entzogen wurde. Prinzipiell ändern diese wenig seriösen, meist im osteuropäischen EU-Ausland feilgebotenen Angebote nichts an der Tatsache, dass man vorher Im Besitz eines (deutschen) Jagdscheins gewesen sein musste. Hier geht es nur darum, unter dubiosen Umständen und für viel Geld eine vorher verlorene Lizenz wiederzuerlangen. Ähnliche Angebote in Sachen Führerscheinentzug und die strenge deutsche MPU (“Idiotentest”) lassen grüßen.
Als nahezu sicher kann gelten, dass ein deutscher Jagdschein es zumindest leichter macht, in einem anderen EU-Land eine dort gültige Lizenz zu erhalten. Manch Bewohner eines Landes mit weniger strengen Jagdlizenzen erfährt nicht immer und überall solches Entgegenkommen der Behörden, wenn er auf die Jagd im Ausland gehen möchte.

Weitere Voraussetzungen

Wichtig ist neben dem Jagdschein eine Jagdhaftpflichtversicherung. Sie ist nicht immer zwingend notwendig vorgeschrieben bzw. aus den Bestimmungen des jeweiligen Landes geht die Notwendigkeit nicht immer ganz klar hervor, aber im Schadensfall steht man damit immer auf der sicheren Seite.
Mit dem Europäischen Feuerwaffenpass ist man berechtigt, eine Waffe innerhalb des Schengen-Raums auch über die Grenzen der Nachbarländer zu transportieren, jedoch nicht sie dort zu erwerben oder zu besitzen. Ausgestellt wird der Europäische Feuerwaffenpass in Deutschland von der jeweils zuständigen Behörde in den Landkreisen. In Deutschland selbst sollte man immer die Waffenbesitzkarte dabei haben. Lichtbildausweis oder Pass sollte natürlich zur Identifikation auch nicht fehlen.
Am besten ist es, man hat alles im Original und mindestens einmal von jedem Dokument eine Kopie dabei. Soweit zu den Formalitäten.

Jagdberechtigung im Ausland

RothirschNun gelten in jedem Land natürlich spezielle Regeln. Möchte man Waffen einführen, sollten vorher weitere Einfuhrbestimmungen geprüft werden. Denn häufig sind frühzeitige Anmeldungen erbeten.
Dazu kommt, wenn eine Tierart hierzulande bejagt werden darf, kann sie im Ausland durchaus unter Schutz stehen. Auch müssen die dortigen Regelungen zur Schonzeit beachtet werden.
Die Jagdreviere stehen hier wie dort mal unter staatlicher, mal unter privater Obhut. Das Jagdrecht liegt fast immer beim Grundeigentümer, den man um eine Erlaubnislizenz ersuchen muss. Diese Lizenzen sind zeitlich limitiert, gelten oft nur für eine bestimmte Region oder auch nur für bestimmte Tierarten. Manchmal sind spezielle Schießprüfungen notwendig, wenn man zum Beispiel in Schweden oder Finnland auf die Jagd nach Elchen gehen möchte. Mit nicht ganz geringen Gebühren für die einzelnen Lizenzen sollte auf jeden Fall gerechnet werden. Zumeist gelten für Ausländer auch ganz andere (und teurere) Bestimmungen als für Inländer.

Einfacher wird es, wenn eine Einladung eines dort lebenden befreundeten Jägers vorliegt. Damit erübrigen sich oft die ein oder anderen Lizenzkosten. Nun hat aber nicht jeder einen Bekannten in jedem attraktiven Jagdland, weshalb sich eine blühende Industrie von Jagdreiseveranstaltern entwickelt hat. Der Vorteil liegt natürlich darin, dass diese Veranstalter sich um die lästigen Lizenzformalitäten kümmern, auch Waffen stellen oder die Haftpflichtversicherung abdecken. Aber wie fast alle Komplettanbieter lassen sie sich das auch entsprechend bezahlen.

Solche Anbieter gibt es natürlich auch für Länder außerhalb der EU. Dort ist dann manchmal auch der deutsche Jagdschein völlig irrelevant. In den USA gibt es in jedem Staat eigene hunting licenses. Da entrichtet man in der Regel bloß eine Gebühr, leiht sich eine Waffe und sollte sich dann auch tunlichst an die Bestimmungen der Lizenz halten. Die Gesetzeshüter in den Vereinigten Staaten verstehen meist eher weniger Spaß.
Und nicht zuletzt ist für den Abschuss besonders begehrter Tiere in vielen Ländern einfach nur die Dicke des Scheckbuchs entscheidend. Das bedeutet nicht zwangsläufig die Illegalität des Ganzen, bestreiten doch einige Länder Afrikas durch diesen Jagdtourismus Teile ihres Staatshaushalts.
Aber mit aufwendig erworbenen Jagdscheinen und dem mühseligen Zusammenstellen der notwendigen Papiere hat das dann eh nicht mehr viel zu tun.

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1 Kommentare

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