Jagd und Öffentlichkeitsarbeit

Es ist insbesondere der Veränderung der gesellschaftlichen Rahmenbedingungen geschuldet, dass die Jagd als eine der ältesten Formen der Landnutzung in der jüngeren Vergangenheit immer weiter aus dem Blickfeld der öffentlichen Wahrnehmung gerät. Es ist nur natürlich und den Eigenheiten der „Sache“ zuzurechnen, dass die Jagd im Großteil des Jahreslaufes quasi hinter „verschlossenen Türen“ stattfindet.

GesellschaftsjagdEinzig die herbstlichen Gesellschaftsjagden werden, wenn auch oft nur im Rahmen von Temporeduzierungen an betroffenen Verkehrswegen, so doch von einem Teil der Bevölkerung wahrgenommen. Einer breiten Öffentlichkeit durch die Presse zugänglich sind dagegen zumeist Schlagzeilen über Jagdunfälle mit schwerem oder gar tödlichem Ausgang, gravierendes Fehlverhalten (wie etwa der Abschuss eines Wolfes) und andere negative Inhalte. Wer wundert sich da, dass die Öffentlichkeit der Jagdausübung zunehmend kritisch gegenübersteht?

Ein besseres Bild der Jagd

Das häufig verbesserungswürdige Ansehen von Jagd und Jägern ist selten der Presse, den Bürgern oder gar den Jägern selbst geschuldet, sondern rührt zumeist von verbreiteter Unkenntnis über die Ziele, Aktivitäten und Anforderungen an die Jagd. Hier gilt es anzusetzen und mithilfe einer offensiven und selbstverständlichen Presse- und Öffentlichkeitsarbeit die Notwendigkeit und Berechtigung einer verantwortungsvollen Jagdausübung auch für die Zukunft in Politik, Gesellschaft und Öffentlichkeit zu vertreten.

Jagd ist NaturschutzEs bedarf nicht immer aufwendiger und vorbereitungsintensiver Aktionen größeren Ausmaßes, um ins öffentliche Bewusstsein zu rücken. Dass die Jagd weit mehr als ein Hobby ist, dass mit gezielten Biotopverbesserungsmaßnahmen und Artenschutzprogrammen ein wertvoller Beitrag zum Erhalt und zur Sicherung der natürlichen Ressourcen geleistet wird, dass die Jagd aktiver Natur- und Umweltschutz ist, das und mehr kann effektiv auch durch die örtlichen Hege- und Pächtergemeinschaften durch Beiträge in der lokalen Presse publiziert werden. Wer sagt, dass dies ausschließlich Aufgabe der organisierten Verbände, der Kreis- und Landesjagdverbände sei?

Möglichkeiten der jagdlichen Öffentlichkeitsarbeit

Öffentlichkeitsarbeit findet oft erfolgreich in kleinerem Rahmen statt. Wer sich nicht nur auf alte Traditionen und Privilegien zurückzieht, kann abseits von häufig zu emotional geführten Debatten wie selbstverständlich die Jagd für die Bevölkerung und Gesellschaft transparenter und verständlicher machen und die Aufgaben der Jägerschaften darstellen: die Pächtergemeinschaft, die zugunsten des örtlichen Kindergartens zum jährliche Dorffest das Wildschwein am Spieß anbietet, eine kleine jagdliche Wanderung oder Führung aus Anlass der Hegeschau mit interessierten Besuchern, der Besuch einer Kindergartengruppe oder Schulklasse, die Direktvermarktung von Wildbret an den Endverbraucher genauso wie die Bläsergruppe, die anlässlich von Volksfesten oder runden Geburtstagen jagdliches Brauchtum präsentiert. Sie alle leisten wertvolle Arbeit!

Häufig lässt sich über diesen einfachen Einstieg der Kontakt zur Öffentlichkeit ohne größere Berührungsängste herstellen, und fast immer zeigt sich, ist dieser erst einmal geknüpft, dass die „nicht-jagende“ Bevölkerung durchaus Interesse an einem ehrlich und realistisch gezeichneten Bild der heutigen Jagdausübung zeigt. Es gereicht jedem einzelnen Jäger wie auch dem Ansehen der Jagd im Allgemeinen zum Vorteil, wenn bei jeder sich bietenden Gelegenheit die Jagd im Dienste der Natur und Gesellschaft herausgestellt wird.

Was jeder einzelne Jäger tun kann

Abschließend noch ein Hinweis auf die wohl einfachste und für wirklich jeden realisierbare Form der Öffentlichkeitsarbeit: Ein offener und freundlicher Umgang mit allen anderen Nutzern und Erholungssuchenden in der Landschaft, seien es Spaziergänger, Reiter, Pilzsucher, kann wie keine andere Maßnahme das Bild der Jagd und des Jägers in der breiten Bevölkerung verbessern, weg von der überholten, und zugegebenermaßen überzeichneten, Vorstellung des bärbeißigen, pfeiferauchenden und grünberockten Alleinherrschers in Wald, Feld und Flur.

Jede der oben angeführten Maßnahmen für sich mag wenig erscheinen, aber in der Summe können große Erfolge erzielt werden, die wesentliche Bedeutung und Berechtigung der Jagd herauszustellen. Hier kann jeder Einzelne einen wertvollen Beitrag leisten.

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