Hege und Jagd im August

Hege und Jagd im August

August – hinter diesem Monat stecken viele Facetten der Hege und Jagd. Im Vordergrund steht natürlich die hohe Zeit der Rehliebe und verspricht uns Jägern in der Blattzeit aufregende Jagderlebnisse. Begleiten Sie uns in die Sommerhitze ins Revier.

Hundstage

Bereits Ende Juli beginnen die Hundstage und diese werden sich bis Ende August fortsetzen. Oft erleben wir in diesen Wochen eine anhaltende Hitze- und Trockenperiode. Der Namensgeber für dieses Phänomen ist nicht unser treuer vierbeiniger Begleiter, sondern der Stern Sirius leuchtet zu dieser Zeit im Sternzeichen Großer Hund besonders hell. Trotz der ungünstigen Witterung sind wir im Revier unterwegs. Doch was treibt uns raus? Es ist der alte Jägerspruch der sich seit unseren Tagen der Jagdausbildung fest in unser Gedächtnis eingebrannt hat.

„Das, lieber Waidmann, merk Dir gut –
und gebe darauf Acht.
Den Bock verwirrt der Sonne Glut;
Den Hirsch die kalte Nacht.“  

In die Hundstage fällt die Rehbrunft und jetzt Anfang August ist die Zeit gekommen mit unserem Blatter die sehnsuchtsvollen Töne der weiblichen Rehe nachzuahmen und damit den liebestollen Bock anzulocken. Bereits am frühen Nachmittag sind wir unterwegs und haben in dem kleinen Feldgehölz in einem bereits vor einigen Tagen gebauten Tarnschirm Stellung bezogen. Ein letzter Test mit unserem Windprüfer zeigt uns, dass die Bedingungen optimal sind. Wir warten noch einige Minuten bis sich die Umgebung wieder beruhigt hat und wir nur das monotone Summen der Mücken hören, die uns eifrig umtanzen und sich an unserem Blut laben wollen. Mit vorsichtigen Bewegungen versuchen wir die lästigen Plagegeister zu vertreiben. Gut das wir unsere dünnen Handschuhe anhaben und so etwas geschützt sind.

Gute Tarnung schadet auch bei der Blattjagd nicht

Unser Täuschungsmanover startet

Jetzt ist es Zeit und wir lassen mit unserem Mundblatter die ersten verführerischen Piaää Laute hören. Nach wenigen Tönen lauschen wir mit unseren aktiven Gehörschutzstöpseln in den dichten, mit Brombeeren durchsetzten Verhau.

Hier hat er seinen Einstand…

Von dort sollte er kommen, aber noch ziert sich der Bock, so dass wir beginnen unsere Liebesarie etwas vehementer vorzutragen. Kaum sind unsere letzten eindringlichen Pfiau Pfiau piää Töne verklungen, hören wir ein lautes Knacken und ein lauter werdendes Rascheln. Da wird doch nicht der Hausherr von dem Einstand auf uns zu ziehen? Wir spüren wie die Anspannung wächst und bis in jede Haarspitze vordringt. Die Hände umklammern den Gewehrschaft fest.  Plötzlich: Stille. Sollte der Bock uns mitbekommen haben? Schweißperlen sammeln sich auf der Stirn und wir horchen angestrengt in den Wald vor uns. Unsere Augen versuchen das Dickicht zu durchdringen und jede Bewegung zu erahnen.

Jetzt gilt es…

Wir lassen nochmal ein leises Piu verlauten. Erleichtert hören wir den Bock wieder, wie er sich immer weiter nähert. Da zwischen den Bäumen eine Bewegung und ein roter Wildkörper schiebt sich auf die kleine Freifläche vor uns. Zügig zieht der Bock weiter. Wenn es noch klappen soll, dann muss er kurz verhoffen. Aus tiefer Kehle lassen wir ein kurzes Böhh hören und wie auf Kommando erstarrt der Bock bei unserem Schrecken zu einer Salzsäule. Jetzt gilt es. Das Fadenkreuz unseres leichten Pirsch-Zielfernrohres sucht die Stelle, wo das Leben sitzt. Fast schon überrascht vom Schuss, sehen wir den Bock stürzen. Er kommt nochmal kurz hoch, aber nach wenigen Fluchten sinkt er zu Boden und wir haben Gewissheit, dass uns ein guter Schuss gelungen ist. Wir spüren wie unser Herz bis zum Hals pocht. Es ist doch immer wieder schön, diese Anspannung und die darauf folgende Erleichterung zu erleben. Auch nach bereits vielen erlegten Stücken hat sich das nicht geändert.

Auf´s Blatt gesprungen – Jagdliche Freunden im August

Nach dem Versorgen legen wir die geputzte Leber in die Kühlung. Die wollen wir uns heute Abend schmecken lassen.

Überall fehlt Wasser

Durch die anhaltende Hitze ist unser Revier großflächig wie ausgedörrt und das Wild hat immer größere Probleme an das kühle Nass zu kommen. Es wird Zeit, dass wir wieder mit unseren großen Kanistern los ziehen und die Tränken im Revier befüllen. Auch die Suhle in der Erlensenke ist kurz vor dem Austrocknen. Da können ein paar Liter Wasser nicht schaden, um den Sauen diese Wellnessoase wieder attraktiv zu machen.

suhle
Suhlen sind auch im Sommer wichtige Strukturen im Revier

Dabei können wir nicht nur den Malbaum mit Buchenholzteer auffrischen, sondern auch gleich die Wildkamera wieder anbringen. So bekommen wir einen Überblick über das Privatleben unserer Borstentiere.

Die Raubwildsaison beginnt

Anfang August beginnt die Zeit der Raubwildjagd. Im Frühsommer waren wir bereits an den Welpenbauten aktiv und versuchten die Jungfüchse zu bekommen. Jetzt lösen sich die Gehecke auf und überall in den Stoppelfeldern und gemähten Wiesen sind auch tagsüber die Jungfüchse zu beobachten.

Bejagung der Füchse ist eine wichtige Hegemaßnahme

Mit der Vogelklage und Mäusepfeifchen ergibt sich eine spannende Lockjagd. So leicht bekommt man sie nicht wieder und auch die Fallen stehen seit dem 1. August wieder scharf.  Aber auch Dachs und die Rabenkrähen sollen wir nicht vergessen. Morgen früh wollen wir am frischen Stoppelacker, gut getarnt im Maisfeld, mit dem freundlichen Lockbild wieder einen Versuch starten.

Am freundlichen Lockbild auf Rabenkrähen

Dies alles sind wichtige Maßnahmen zur Unterstützung des Niederwildes und der Naturschutzarten. Auch hier ist der Jäger ein unersetzbarer Bestandteil im großen Kreislauf der Natur.

Halbtrockenrasen – Balsam für die Seele

Bei einem unserer Streifzüge durch das Revier statten wir den Heideflächen einen Besuch ab.

Halbtrockenrasen – ein artenreicher Lebensraum

Schon von weitem hören wir das Summen der unzähligen Insekten und das Zirpen der Grillen. Schmetterlinge umschwirren im Gaukelflug die bunte Blütenpracht und eine Zwitscherschrecke sonnt sich auf dem Kiesweg.

Zwitscherschrecke beim Sonnen

Der intensive Geruch des wilden Thymian steigt uns in die Nase. Am hinteren Ende der Fläche sehen wir gerade noch ein Fasanengesperre unter den Büschen verschwinden. Die jungen Feldhühner lieben diese insektenreichen Flächen.

Junge Fasane auf Streifzug

So seltene Bewohner wie der Kreuzenzian siedelten sich auf diesem Kleinod an.

Kreuzenzian – eine Rarität

Schön, dass es sowas noch gibt. Durch die Mahd im Herbst und das Entfernen des Mähgutes leisten wir einen Beitrag für den Erhalt.

Die Enten gehen auch bald auf

Mitte des Monats wird es Zeit das Futterfloß für die Enten zu reparieren. Im letzten Jahr hat der Biber der Futterstation ganz schön zugesetzt. Nach Fertigstellung bringen wir es an dem kleinen Altwasser im Wald wieder aus.

Entenkirrung

Jetzt können wir mit dem Kirren beginnen, da Anfang September die Jagdsaison auf dieses schmackhafte Federwild beginnt. Auch die Kontrolle unserer Ausrüstung für den Entenstrich steht nun an. So bauen wir im Garten probehalber den Tarnschirm auf, legen die Lockenten aus, überprüfen die Tarnkleidung auf Vollständigkeit und lassen ein kurzes Quaken mit unserem Entenlocker hören. Dabei springt unser Hund aufgeregt zwischen den Sachen hin und her. Seine Rute gibt unkontrollierte Morsesignale von sich und sein Blick ist voller Erwartung, wann es denn endlich losgeht. Lächelnd streicheln wir unserem Vierbeiner über den Kopf und flüstern im leise zu, dass er sich noch etwas gedulden muß.


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