Das Jagdrevier im Oktober – Zwei Entenjagden im Vergleich

Das Jagdrevier im Oktober – Zwei Entenjagden im Vergleich

Auch in diesem Monat, man möge es mir verzeihen, will ich mich um einen klassischen Beitrag für den Revierkalender drücken. Einerseits, weil schon unendlich viel Tinte für die Beschreibung der Damwildbrunft vergossen worden ist. Andererseits, weil jetzt die Zeit der Gesellschaftsjagden bevorsteht. Und genau dort möchte ich einsetzen…

Wie andere Jäger auch, gehe ich natürlich auch gerne zur Gesellschaftsjagden, weil das „Drumherum“ mich anspricht. Manche Jagden, zu denen ich eingeladen werde, sind lange und gute Tradition. Andere besucht man besser nur zweimal – das erste und das letzte Mal. Warum? Anhand zweier Entenjagden lässt sich die unterschiedliche Qualität der Jagden anschaulich beschreiben:

Mehr Schein als Sein – Revier A

Im Jagdrevier A stimmt auf den ersten Blick einfach alles, es sieht aus wie in einem Lifestyle-Katalog: Schon beim Eintreffen werden wir mit Cocktail empfangen und stilvoll versuchen lauter modisch gekleidete Jäger (21 an der Zahl!), an denen mir weiße Hemden und Krawatten als erstes auffallen, Konversation zu treiben. Nach dem Begrüßungstrunk geht es an die Ententeiche. Ich werde mit acht anderen Jägern an einem idyllischen Tümpel abgestellt. Dort versucht uns der Jagdleiter über einen längeren Zeitraum anzustellen. Offensichtlich hat sich niemand so Recht Gedanken gemacht, wo die Schützen idealerweise positioniert werden sollen. Auch Hunde suche ich vergebens. Kommen noch Hundeführer nach?

Endlich erschallt das Hahn in Ruh‘

EntenEs dämmert und von unserer Schwestergruppe am anderen Teich hören wir bereits die ersten Schüsse. Auch bei uns setzt alsbald eine Kanonade ein. Wann immer sich eine Ente zeigt, wird darauf geschossen. Ich mache mir die Mühe und zähle mit. Erschreckendes Fazit: 45 Schüsse, drei Enten liegen. Hahn in Ruh’ erschallt es endlich von unserem Gruppenführer, als wir wirklich nichts mehr sehen können. Taschenlampen flammen auf. Eifrig suchen meine Mitjäger die Enten und finden die drei Breitschnäbel schließlich. Erst jetzt wird mir die Funktion einiger langer Stangen klar, die an der Teichecke stehen. Mit diesen Stangen werden die Breitschnäbel aus dem Wasser gefischt – Hunde bleiben heute unsichtbar.

Am Jagdhaus zurück, erfahren wir von der anderen Gruppe, dass sie acht Enten geschossen haben. Der einzige Hundeführer, der heute überhaupt mitgegangen war, ist aber noch am Teich – sein Hund ist „abgehauen“. Sein Pfeifen und Schreien sind bis zum Jagdhaus zu hören. Ein Streckelegen mit Fackelschein und ein übertrieben stilvolles Abendessen beschließt dieses „Waidwerk“.

Jagdrevier B – Entenjagd in Idealbesetzung

Das es auch anders geht zeigt folgendes Entenjagderlebnis im Jagdrevier B: Ein Bauernhof, darauf acht Jäger und sechs Jagdhunde. Drei unserer Mitstreiter haben noch ihre Stallkleidung an, und so wechseln sich jagdgrüne Hosen mit Jeans und Latzhosen ab. Die Hunde machen einen guten Eindruck. Auf der Motorhaube eines Traktors stehen Schnapsgläser, es gibt für jeden ein Schluck und los geht es an den Ententeich. Bereits beim Angehen herrscht Ruhe. Nur durch Zeichen werden wir eingewiesen. Jeder Stand ist spartanisch, aber funktionell eingerichtet: ein dicker Holzklotz zum Setzen, davor ein kleines gespanntes Tarnnetz. Schützen mit und ohne Hund werden wechselseitig angestellt.

Nach der Entenjagd folgt die Suche mit dem Jagdhund

Nachsuche mit HundDie Enten kommen schon früh. Alle Breitschnäbel läßt man erst einfallen. Erst im Abstreichen werden die Enten beschossen. Obwohl wir noch recht gut sehen können, bricht der verantwortungsvoll agierende Jagdherr die Wasserjagd früh ab. Er, so erfahren wir auf Nachfrage, halte nicht viel vom wagen Schuss auf schemenhaft auftauchende Enten. Die Hunde werden geschnallt und bringen geflügelte und tote Enten aus allen Richtungen. Selbst von einer gegenüberliegenden Wiese kommt ein Vierbeiner nach guter Arbeit mit einem geflügelten Erpel zurück. Fazit: 12 Enten, 14 Schuss. Für morgen früh ist eine Kontrollsuche mit einem Hund bereits verabredet, um ggf. weitere „angebleite“ Enten zu finden.

Auf dem Hof zurück, erwartet uns die Hausherrin mit einer deftigen Brotzeit – Wildschinken inklusive – und einem Kasten Bier. Statt des Streckelegens werden alle Enten sofort ausgenommen und ausgewaschen und schließlich sauber am Haken zum Auskühlen aufgehängt. Die Hunde erhalten abseits jeder ein Entenherz und die Korona sitzt noch für eine Stunde bei Brot und Bier zusammen. So geht man doch gerne zur auf Entenjagd!02

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2 Kommentare

Jürgen Aumann
10. Oktober 2013

Entenjagd:
Diese beiden Geschichten hören sich so ausgedacht und klischeehaft an, dass man nur Mitleid mit dem Verfasser haben kann.

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P. Kuebler
10. Oktober 2013

Auch ich jage gerne "waidgerecht", aber diesen Geschichten tropft die "weidheilige Moralinsäure" aus jedem Buchstaben. Schade, wenig glaubhaft und zu abgeschmackt. Das könnt Ihr besser.

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