Das gefährlichste Tier Deutschlands: die Zecke

Das gefährlichste Tier Deutschlands: die Zecke

Der Gemeine Holzbock ist die am häufigsten vorkommende Zeckenart in Deutschland. Zecken sind Überlebenskünstler der besonderen Art. Denn sie überleben jegliche Umweltbedingungen und können bis zu 10 Jahre ohne Blutmahlzeit auskommen. Durch die Gefahren einer Krankheitsübertragung der Ekto-Parasiten auf Wirbeltiere und der dauerhaften Zeckenaktivität, ist sie die gefährlichste Tierart Deutschlands.

Allgemeines


Zecken zählen zu der größten Ordnung der Spinnentiere. Sie besitzen einen einteiligen und sackförmigen Körper mit 8 Beinen. Die Entwicklung zur adulten Zecke wird in drei Stadien eingeteilt. Das erste Stadium stellt die Entwicklung vom Ei zur Larve dar. Um die zweite Entwicklungsstufe zu erreichen, benötigt die Larve eine Blutmahlzeit. Durch die darauffolgende Häutung entsteht das Stadium der Nymphe. Die letzte Phase, zur adulten Zecke, beansprucht zwei Blutmahlzeiten mit zwischenzeitiger Häutung. Eine weibliche, adulte Zecke legt einmalig bis zu 3.000 Eier, woraufhin sie stirbt.

Wie der Klimawandel die Aktivität der Zecken beeinflusst


Zwischen den Monaten April und Oktober ist das Risiko einer Krankheitsübertragung am höchsten. Dies liegt an den milden Temperaturen, denn Zecken beginnen zwischen 6 °C – 8 °C aktiv zu werden. Durch die Folgen des Klimawandels, werden die Winter immer milder und die Winterruhe der Zecken bleibt aus. Jedoch haben diese nur einen begrenzten Energievorrat, welcher durch die fehlende Winterruhe schnell verbraucht ist. Somit kommt es zu einem Energiedefizit während des Sommers. Feuchte und milde Winter begünstigen die sogenannte „Verpilzung“, wodurch die Zecken sterben. Daher ist ein dramatischer Anstieg der Zeckenpopulation trotz Klimawandel nicht zu erwarten.

Wie die Zecke an den Wirt gelangt

Zecken befinden sich häufig in Sträuchern oder an Gräsern auf Hüfthöhe. Sie können aber auf eine Höhe von ca. 1,50 m klettern. Wenn sie einen passenden Platz gefunden haben, lauern sie auf ihre Beute. Dabei strecken sie ihre Vorderbeine in die Höhe, wodurch sie mit Hilfe des Haller’schen Organs Gerüche, Körperwärme und ausgeatmetes Kohlendioxid des zukünftigen Wirts wahrnehmen. Das Haller’sche Organ bezeichnet die Enden der Vorderbeine, welche spezifische Rezeptoren besitzen. Eine Berührung von wenigen Sekunden genügt der Zecke, um den Wirt zu befallen. Ist die Zecke auf dem Wirt, sucht sie sich eine dünnhäutige, feuchte und gut durchblutete Stelle.

Mit dem scherenartigen Mundwerkzeug reißt die Zecke die Haut des Opfers auf und gräbt mit einem „Stechrüssel“ ein Loch ins Gewebe. Das mit Blut gefüllte Loch wird kontinuierlich von der Zecke ausgesaugt. Während des Stechens sondert die Zecke mit ihrem Speichel ein Betäubungsmittel ab. Deshalb ist der Zeckenstich nicht spürbar. Des Weitern ist eine Übertragung von Krankheitserregern durch den Speichel der Zecke möglich.

Durch Zecken übertragbare Krankheiten 


Zu den gefährlichsten Krankheiten, die durch Zecken übertragen werden, zählen Borreliose, FSME und Babesiose (Hunde-Malaria). In Europa werden diese häufig durch den Gemeinen Holzbock (Ixodes ricinus) und der Auwaldzecke (Dermacentor reticulatus) übertragen.
Bei einer Erkrankung durch den FSME-Virus (Frühsommer-Meningoenzephalitis) kann es zu einer Hirnhaut-, Gehirn- oder Rückenmarkentzündung kommen. Im schlimmsten Fall führt dies zu einer Lähmung. Bei Hunden endet die Krankheit bei zu später Diagnose häufig tödlich. Die Babesiose, sogenannte Hunde-Malaria, ist eine lebensgefährliche Erkrankung für den Hunde und wird durch die Auwaldzecke übertragen.
Eine der wahrscheinlich bekanntesten Krankheiten, die Borreliose, wird durch Bakterien der Art Borrelia verursacht. Symptome dieser Erkrankung sind Gelenkentzündungen, sowie Erkrankungen des Nervensystems und der Haut. Je länger die Zecke an einem Wirt saugt, desto höher ist das Risiko einer Infektion. Das Erkennungsmerkmal einer Erkrankung ist die „Wanderröte“, ein rotgefärbter Ring um den Zeckenstich.
Durch Untersuchungen wurde festgestellt, dass Zecken die Wiederkäuer befallen den Krankheitserreger der Borreliose an den Wirt nicht übertragen können. Während der Blutmahlzeit verlieren sie diesen sogar komplett.

Schutz gegen Zecken


Der beste Zeckenschutz stellt die richtige Kleidung dar. Es ist wichtig geschlossene und lange Kleidung zu tragen, die so viel wie möglich von der Haut bedeckt. Es sollte auch besonders darauf geachtet werden, dass die Enden der Hosenbeine eng anliegen. Empfehlenswert sind hohe Schuhe, welche die Hosenbeinöffnung bedecken, wie bei Gummistiefeln oder Jagdschuhen. Zudem können auch hohe Socken über die Hosenbeine gezogene werden, sodass diese verschlossen bleiben. Dadurch wird der Zugang für die Zecken erschwert.
Zudem gibt es Hosen, die mit einem speziellen Wachs überzogen sind, welches gegen Moskitos und Zecken schützt. Dazu zählt die Shooterking Rip-Stop Herrenhose und die Shooterking Rip-Stop Damenhose.
Um auch den Nackenbereich vor dem Eindringen von Zecken zu schützen, bietet sich ein Moskitonetz an. Zusätzlich können Insektenabweisende Mittel auf die Kleidung und Haut aufgetragen werden.

Wichtig ist es, sich nach der Jagd, nach einem Spaziergang oder einem Aufenthalt in der Natur nach Zecken abzusuchen, um so einem Zeckenstich oder gar einer Erkrankung vorzubeugen.

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