Das blutige Geschäft mit der Löwenjagd

Das blutige Geschäft mit der Löwenjagd

Die Löwenjagd ist ein boomendes Geschäft in Sachen Jagdtourismus. Cecil war somit kein Einzelfall: Der durch seine prachtvolle Mähne berühmte und in seiner Heimat Simbabwe beliebte Löwe Cecil fiel im letzten Jahr der Jagdleidenschaft eines amerikanischen Zahnarztes zum Opfer. Zum Problem für den US-Amerikaner wurde der Umstand, dass das in der Wildnis lebende Tier aus seinem Reservat gelockt worden sein soll, um es dem solventen Jäger vor das Zielfernrohr bzw. vor den Bogen zu treiben. Aber das Geschäft mit der Löwenjagd hat weit größere Ausmaße, als man sich vorstellen mag.

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Laxe Handhabung und Skrupellosigkeit begünstigen Löwenjagd

Löwenbaby – von der niedlichen Attraktion auf die AbschusslisteDie Großwildjagd auf bedrohte Tiere ist nicht überall verboten, das Herauslocken aus geschützten Reservaten hingegen schon. Doch häufig werden die Regeln lax ausgelegt, schließlich gilt die Jagd in vielen Ländern Afrikas als wichtige Devisenquelle. Hochumstritten ist zudem die Praxis der Aufzucht von Löwen in Gattern zu exakt diesem Zweck: Zuerst stehen sie als Jungtiere noch als kuschelige Foto-Motive für Touristen zur Verfügung, doch sobald sie ausgewachsen sind, werden sie zu Preisen zwischen 20.000 und 50.000 Dollar zum Abschuss freigegeben.

Löwen als TouristenattraktionDie Regierungen argumentierten, dass die Menschen vor Ort von den (Jagd-)Touristen profitierten und die Einnahmen aus den Lizenzen dann wieder dem Naturschutz zugutekämen. Das Erstere mag stimmen, beim zweiten Punkt scheinen zumindest Zweifel angebracht. Außerdem monieren Kritiker, dass die Vorschriften für die Jäger oft zu wenig kontrolliert oder von skrupellosen Veranstaltern ignoriert würden. Dieser Verdacht kam auch in Simbabwe auf, wo ein professioneller Jäger beschuldigt wurde, eine „illegale Jagd“ nicht verhindert zu haben. Er arbeitete für den Amerikaner Walter Palmer, der Cecil im Juli 2015 erlegt hat.

Richtlinien für Auslandsjagden beachten

Aufzucht von Löwen in Gattern für die LöwenjagdAllzu viel Freude hatte Palmer nicht an seinem „Jagderfolg“. Als die Meldung die Runde machte, dass Cecil durch ein totes Tier angelockt wurde, das an ein Auto gebunden und über die Reservatsgrenze gezogen wurde, war es vorbei mit der Glückseligkeit des Waidmannes. Der beschuldigte Zahnarzt beteuerte, er habe sich auf die Professionalität seiner Jagdbegleiter verlassen, die sicherstellen würden, dass alles legal ablaufe. Trotz seiner Beteuerungen wurde er in den sozialen Netzwerken hart angegriffen und bedroht. Seine Zahnarztpraxis musste er vorläufig schließen.

Auch die sogenannten Löwengatter stellen eine höchst fragwürdige Praxis dar. Es stellt sich die Frage, was diese Zucht für den Abschuss noch mit nachhaltiger und verantwortungsvoller Jagd zu tun hat? Zu recht werden diese Methoden kritisiert, wie auch der Dokumentarfilm „Blood Lions“ zeigt.

Mit dem eigentlichen Prinzip der Jagd hat diese Gatterjagd nichts mehr zu tunDer Deutsche Jagdverband DJV ruft deshalb seine Mitglieder auf, die Grundlagen einer waidgerechten Jagd auch im Ausland zu beachten. Außerdem begrüßt es der DJV, dass auf den Fachmessen „Jagd & Hund“ (Dortmund) und „Hohe Jagd“ (Salzburg) künftig Angebote zu Jagden mit eigens dafür gezüchteten Löwen nicht mehr vermarktet werden dürfen. Und das aus gutem Grund: Die Löwenjagd wird so zu einer Attraktion, die mit dem Konzept der Nachhaltigkeit nichts mehr zu tun hat. Es geht um Geld, ums Geschäft mit einer Touristenattraktion für Jäger. Die Jagd auf Löwen, die aus einer solchen Gatterzucht stammen, wird im Englischen passenderweise „canned hunting“ genannt, was so viel bedeutet wie Jagd aus der Konserve. Und ist es das nicht? Wilde Tiere werden auf geschlossenem Raum von Menschenhand aufgezogen, um dann für den Abschuss „freigelassen“ zu werden. Mit waidgerechter Jagd hat das beileibe nichts zu tun.

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