Zu viel Schwarzwild – was tun?

Zu viel Schwarzwild – was tun?

Die wachsenden Zahlen bei Schwarzwild sind nicht erst seit gestern ein Problem, dass sich auf verschiedene Bereiche auswirkt. Wildschäden in der Landwirtschaft aber auch das eindringen der Wildschweine in besiedelte Gebiete sind ein Thema, mit dem sich Jäger immer wieder konfrontiert sehen. Wie aber geht man effizient mit diesem Problem der stetig steigenden Population um?

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Hintergrund der wachsenden Population

Schwarzwild auf FuttersucheDie entscheidende Frage, die man sich stellen sollte, um das Problem der hohen Wildschweinpopulation effizient anzugehen, ist die nach den Ursachen. Wissenschaftliche Analysen sind hier durchaus hilfreich. So bietet beispielsweise die Leslie-Matrix zur Analyse der Fortpflanzungsbedingungen einigen Aufschluss. Sie ist ein Modell der theoretischen Ökologie, mit welcher Bevölkerungswachstum untersucht, aber auch prognostiziert werden kann. In dem Zusammenhang werden Stückzahlen je Altersklasse, sowie Überlebens- und Geburtenrate in die Rechnung mit einbezogen. Dabei sind zusätzlich Umgebungseinflüsse beziehungsweise die vorhandenen Lebensgrundlagen wie natürliche Feinde und Nahrungsquellen von Bedeutung. Und hier zeigt sich bereits eine Ursache für die steigenden Zahlen der Schwarzkittel: Hauptnahrungsquelle für Sauen ist die Mast von Buchen und Eichen. Ein natürlicher Regulator wäre deswegen eigentlich der Ertrag der Mast, man spricht in diesem Zusammenhang von Voll-, Halb- und Fehlmastjahren. Das Problem: Die Sauen haben durch den Menschen leichten Zugang zu weiteren Futterquellen: Leicht gelangen sie an ungesicherte Komposthaufen in Gärten und insbesondere die Maisfelder sind wie ein gedeckter Tisch für die Wildschweine. An Nahrung leiden die Tiere keine Not und folglich sinkt die Sterblichkeitsrate bei den Tieren, insbesondere den Frischlingen.

Schwarzwild bejagen

Erntejagd auf SchwarzwildImmer wieder gibt es Kritik an der Schwarzwildjagd – sie würde das Problem der wachsenden Population nicht eindämmen sondern vielmehr fördern. Diese Kritik ist aber nur zum Teil angebracht, genauer gesagt ist hier entscheidend wann welches Schwarzwild bejagd wird. Die bereits erwähnte Studie nach der Leslie-Matrix zeigt hier, dass die Bejagung aller Altersgruppen am Effizientesten ist. das heißt es sollten sowohl Frischlinge und Überläufer als auch Keiler und Bachen bejagt werden. Allerdings – und hier liegt das Risiko – ist das Erlegen einer Bache dann kritisch, wenn es sich um eine Leitbache handelt. Die Folge kann eine Störung der Rauschsynchronität in der Rotte auslösen, wodurch es zur sogenannten Zweit- oder Nachrausche kommen. Die Folge ist damit ein Ansteigen des Fortpflanzungstriebs und damit eine Verschlimmerung des Problems. Auch das Kirren wird oft kritisch bewertet. Die Kirrung sollte gezielt zur Eingewöhnung einer Rotte an ein bestimmtes Revier eingesetzt werden. Sie ist also durchaus nützlich – wenn sie richtig betrieben wird. Auf jeden Fall zählt die Erntejagd zu den wichtigen Maßnahmen, um der Population entgegenzuwirken und auch Schäden auf Feldern zu minimieren.

Regulierung ohne Jagd möglich?

Schwarzwild kirrenBedeuten diese Risiken der Sauenjagd, dass sie die falsche Maßnahme zur Regulierung der Wachstumsrate ist? Eines steht wohl fraglos fest: Sie kann das Problem nicht allein Lösen, denn ein wesentlicher Knackpunkt ist der Faktor der zunehmenden Monokulturen in der Landwirtschaft. Da es profitabel ist, wird beispielsweise immer wieder Mais angebaut. Die Wildschweine finden auf solchen Feldern ganz bequem eine konstante Futterquelle. Dass sich das Schwarzwild auch gerne an den Kompostabfällen in Gärten bedient, liegt daran, dass diese frei zugänglich sind. Eine Absicherung durch eine Umfriedung mit einem wildsicheren Zaun kann hier Abhilfe schaffen.

Lösungen für das Problem des Schwarzwildwachstums

Auch wenn die kurze Erläuterung des Populationswachstums bei Wildschweinen in der Kürze Probleme nicht in aller Ausführlichkeit analysieren kann, werden doch wesentliche Ursachen und auch Probleme in der Regulierung offenbar. Wenn auch die Schwarzwildjagd an sich nicht ohne Risiken ist, zählt sie doch zu den wichtigen Maßnahmen, insbesondere wenn es darum geht, durch die steigende Population Wildschäden auf Feldern zu minimieren. Langfristig effektiv kann die Sauenjagd allerdings nur sein, wenn den Tieren der Zugang zu alternativen Nahrungsquellen erschwert wird. Dann ist eine Eindämmung der Vermehrung des Schwarzwildes möglich.

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