Sauenpirsch bei Nacht – Tipps und Tricks

Sauenpirsch bei Nacht – Tipps und  Tricks

Es gibt viele Möglichkeiten um Wildschweine zu bejagen. Eine besonders spannende Jagdart ist das Anpirschen von Sauen, da wir ihnen dabei oft sehr nahe kommen. In diesem Beitrag wollen wir Ihnen die wichtigsten Fragen beantworten, um die Sauenpirsch erfolgreich abzuschließen.

Was sagt der Gesetzgeber?

Als Einstieg müssen wir uns ein paar rechtliche Hintergründe in Erinnerung rufen. Insbesondere der §19 Bundesjagdgesetz enthält ein paar Regelungen, die für uns von Bedeutung sind. So gilt grundsätzlich ein Nachtjagdverbot, welches aber für die Wildschweinbejagung nicht zutreffend ist. Anders ist das Verbot von künstlichen Lichtquellen und technischen Hilfsmitteln, die elektronisch das Bild aufhellen, zum Abschuss von Wild zu sehen. Anfang 2020 wurde das Waffengesetz in der Form geändert, dass der Jäger diese Technik auch mit der Waffe verbinden darf. Somit war der Weg geebnet, dass einige Bundesländer inzwischen auch den jagdlichen Einsatz erlauben. Weitere Informationen und auch den aktuellen Stand dazu finden Sie in unserem ausführlichen Beitrag zu diesem Thema. Als letzte wichtige rechtliche Regelung ist natürlich auch der Mutterschutz zu beachten. Besonders bei der nächtlichen Jagd mit den schlechten Sichtverhältnissen ist das für uns Jäger eine verantwortungsvolle Aufgabe.

Welche Jahreszeit ist geeignet?

Im Grunde ist die Pirschjagd auf Wildschweine ganzjährig möglich, allerdings ist es im Sommer wegen der hohen Vegetation in den landwirtschaftlichen Flächen etwas schwieriger. Ausserdem besteht dann die Gefahr, dass beispielsweise im milchreifen Getreide die große Sau zu sehen ist und die in der Vegetation verborgenen Frischlinge übersehen werden. In solchen Situationen ist eine besondere Sorgfalt an den Tag zu legen. Bei geringstem Zweifel hat der Schuss zu unterbleiben.

Achtung! Hier könnten kleine Frischlinge dabei sein

Die Hauptzeit zur Pirschjagd auf Sauen wird sicher das Winterhalbjahr sein und beginnt mit dem Abernten der Maisfelder. In der Regel sind dann in der Landwirtschaft kaum Flächen mit hoher Vegetation vorhanden. Gerade die im Rahmen der Fruchtfolge mit Wintergetreide bestellten vormaligen Maisäcker ziehen die Sauen wegen der Ernterückstände magisch an.

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Wo gehen wir pirschen?

Wie bereits beschrieben sind die landwirtschaftlichen Flächen besonders gut zum Pirschen geeignet. Hier spielt uns in die Karten, dass wir große Bereiche überblicken und so die Sauen leicht entdecken können. Aber auch im Wald ist eine Pirsch möglich. Allerdings ist diese dann anspruchsvoller. Gerade in Mastjahren bei Eiche und Buche lohnt es sich, immer wieder nachts die Waldbestände mit diesem reichen Nahrungsangebot aufzusuchen. Die Chancen, dort auf die schwarzen Borstentiere zu treffen, sind relativ groß. Einen Sonderfall der Sauenpirsch stellt das Anpirschen der besuchten Kirrung dar. Hilfsmittel ist dabei eine Wildkamera, die uns per SMS über die Anwesenheit der Sauen informiert. Sofern wir eh schon im Revier sind oder der Weg von zu Hause nicht zu weit ist, können wir nach Meldung einen Versuch starten.

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Welches Wetter ist günstig?

Im Bezug auf das Wetter sind Sauen relativ robust und es gibt kaum feste Regeln. Selbst bei Wetterlagen, bei denen andere Wildarten kaum zu beobachten sind, können unsere Sauen aktiv sein. Schließlich heißt es ja nicht umsonst Sauwetter. Bei verharschtem Schnee ist das Pirschen auf Schwarzwild kaum möglich. Gerade Rotten sind zwar relativ unempfindlich gegenüber Geräuschen vom pirschenden Jäger, aber das laute Krachen der gefrorenen Schneedecke ist auch für die Sauen zu viel.  

Mond hinter Wolken
Leichte Bewölkung bei Vollmond kann die Sauen zum Betreten der Freiflächen veranlassen

Vielerorts lässt sich beobachten, dass die Sauen in mondhellen Nächten die Freiflächen meiden, da sie durch den Bejagungsdruck gelernt haben. Am vertrautesten sind die Wildschweine mit dunklen Nächten. Da ermöglichen inzwischen die Gesetzesänderungen dem Jäger durch den Einsatz von Nachtsichtlösungen diese Phasen optimal zu nutzen. Günstig ist eine möglichst stabile Windrichtung, da das Objekt unserer Begierde zwar schlecht äugt, aber der Geruchssinn hervorragend funktioniert. Es wäre nicht die erste Rotte, die sich der Nachstellung des Jägers laut rumpelnd entzieht, weil plötzlich der Wind drehte.

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Was sind nützliche Tools zur Sauenpirsch?

Grundsätzlich ist weniger mehr. Wir müssen immer daran denken, dass wir mobil bleiben und unter Umständen auch schnell reagieren müssen. Im Folgenden haben wir Ihnen eine kleine Auswahl von sinnvollen, in der Praxis bewährten Hilfsmittel aus unserem Shop zusammengestellt.

Natürlich brauchen wir eine Waffe. Ob jetzt der Repetierer, Halbautomat oder gar eine Kipplaufwaffe zum Einsatz kommt, soll jeder für sich selbst entscheiden. Wichtig ist die Waffe zu nutzen, mit der wir in Handhabung und Schießen vertraut sind. Schließlich agieren wir oft bei Dunkelheit. Ein nützliches Tool kann der Schalldämpfer sein. Unter Umständen kann er sogar eine Sau mehr bringen. Größter Vorteil bei der Nachtpirsch ist die Reduktion des Mündungsfeuers. Beim Zielfernrohr stellt sich die Frage, ob man die technischen Möglichkeiten der Nachtsichttechnik nutzen möchte beziehungsweise darf. Ohne technische Unterstützung ist ein großer Objektivdurchmersser von Vorteil. Beim Einsatz der Nachtsichttechnik spielt der Objektivdurchmesser nur eine untergeordnete Rolle. Ein variables Glas kann aber in unterschiedlichen Situationen viele Vorteile bringen.

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Zumindest zum Beobachten ist der Einsatz von Wärmebildkameras oder Nachtsichtgeräten zum empfehlen. Gerade mit Wärmebildkameras können auf größere Distanzen die Sauen entdeckt und die Strategie zum Anpirschen entwickelt werden. Auch das richtige Ansprechen wird erleichtert. In den Bundesländern, in denen der jagdliche Einsatz der Nachtsichttechnik zum Schießen erlaubt ist, stellt es im Hinblick auf den Tierschutz und die Wildbrethygiene eine deutliche Verbesserung dar.

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Ohne einen Pirschstock macht das Angehen und die Schußabgabe auf Sauen wenig Sinn. Ob eine drei- oder vierbeinige Variante ist Geschmackssache. Der Schuß über den Pirschstock sollte aber vorher ausreichend am Schießstand trainiert worden sein.

Die Kleidung sollte bequem und nicht zu warm sein. Wir werden viel in Bewegung sein und es besteht sonst die Gefahr des Schwitzens. Wenn wir dann etwas länger warten müssen, bis wir  zum Schuß kommen, beginnen wir zu frieren und können im schlimmsten Fall sogar krank werden. Ideal wäre es, wenn wir unsere hellen Handflächen mit dünnen Handschuhen aus dem Krähenjagdsektor bedecken. So bleiben nicht nur unsere Finger warm, sondern wir sind auch weniger auffällig. Bei Schnee kann ein Schneehemd Vorteile bringen. Gummistiefel sind zum Pirschen sehr gut geeignet, da wir nicht nur relativ leise gehen können, sondern unsere Füsse auch in höherer Vegetation trocken bleiben.

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Besonders nach den Schuss brauchen wir eine gute Lichtquelle, um beispielsweise den Anschuss zu suchen und zu beurteilen. In der Praxis haben sich Stirnlampen bewährt, da man zum Bergen oder Aufbrechen vor Ort die Hände frei hat.

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Ein zweites gutes Hilfsmittel nach dem Schuss ist der rückenschonende Einsatz eines Bergegurtes bei längeren Wegen zum Fahrzeug. Auch eine Plane, auf die die Sau gelegt wird, kann bei niedriger Vegetation eine sehr gute Unterstützung beim Bergen leisten.

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Welche Tipps und Tricks gibt es noch?

Wie bei jeder Jagdausübung geht Sicherheit vor Jagderfolg. Es ist keine Sau dieser Welt wert, einen unsicheren Schuss abzugeben. Zur Sicherheit trägt auch bei, dass wir unser Revier gut kennen und auch nachts mögliche Gefahrenpunkte wissen. Zusätzlich müssen wir unsere Mitjäger über unsere Aktivitäten informieren. Nicht das sich zwei Jäger gleichzeitig draussen bewegen und der alte Jägerwitz „wenn zwei Jäger sich treffen, sind beide tot“, traurige Realität wird.

Wenn wir an einer Rotte dran sind, müssen wir deren Verhalten beobachten. Wenn die Rotte in Bewegung ist, wird es mit dem Anpirschen schwierig. Ausser es gelingt uns, ihnen den Weg abzuschneiden. Der Idealfall wäre, dass die Rotte ruhig im Gebräch steht. Solange der Wind passt können wir zügig die Rotte angehen. Dabei sollten wir auch auf den Hintergrund achten, sodass sich unsere Silhouette nicht deutlich gegen den Nachthimmel abhebt.

Eine Rotte im Gebräch. Wenn der Wind passt kann das Anpirschen beginnen.

Wenn wir eine Wärmebildkamera oder ein Nachtsichtgerät verwenden, nutzen wir immer das nicht schießende Auge zum Beobachten. So erhalten wir uns die volle Nachtsichtfähigkeit des Schießauges. Einen Fehler, den gerade viele Anfänger machen, ist das falsche Einstellen des Leuchtpunktes am Zielfernrohr. Am besten nehmen wir nur ein ganz leichtes rötliches Schimmern wahr, um unserem Auge und Gehirn eine Orientierungshilfe zu geben. Stellen wir den Leuchtpunkt zu hell ein, wird sich unsere Pupille schließen und wir können unser Ziel nur noch sehr schwer erfassen.

Nach dem Schuß empfiehlt es sich, den Pirschstock stehen zu lassen, wenn wir zum Anschuß gehen. So haben wir auch im freien Feld immer eine gute Orientierungsmöglichkeit über unseren Standplatz. Ein kleines Stück reflektierende Folie am Pirschstock befestigt, erleichtert uns das Sehen der Pirschhilfe bei dem Anleuchten mit der Taschenlampe.

Uns muss klar sein, dass wir nachts nicht zu weit schießen. Dadurch, dass wir in der Regel nicht von einer erhöhten Position aus waidwerken, haben wir keine gute Kugelfangsituation. Entfernungen über 80 m sollten möglichst vermieden werden. Im Normalfall sind solche weiten Schüsse auch nicht erforderlich, da wir deutlich näher an die Sauen rankommen können.

Als letztes noch eine ganz wichtige Information. Sollten sich am Anschuss keine eindeutigen Pirschzeichen finden, verschieben wir die Nachsuche auf den nächsten Morgen. Dies ist nicht nur im Interesse unserer eigenen und der Gesundheit unseres Hundes, sondern auch das eventuell geholte Nachsuchengespann wird es uns danken. Aus Gründen des Tierschutzes ist ein solches Vorgehen unbedingt angesagt, da die kranke, ungestörte Sau sich meistens schnell ins Wundbett begibt und am nächsten Morgen entweder bereits verendet oder zumindesten so immobil ist, dass wir dem Leiden schnell ein Ende bereiten können. Eine Verwertungsmöglichkeit besteht dann zwar nicht mehr, aber das ist in diesem Fall auch zweitrangig.

Nicht eindeutige Nachsuchen bitte erst am nächsten Tag bei Helligkeit durchführen

Auf in die Praxis

Wir hoffen, wir konnten Ihnen ein paar Informationen über diese spannende Jagdart auf Schwarzwild geben. Wir wünschen Ihnen für die praktische Umsetzung viel Waidmannsheil und viele interessante Erlebnisse.

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1 Kommentare

KLAUS WIMMER SENIOR
29. Oktober 2020

SEHR GUTER ARTIKEL ÜBER DAS ANPIRSCHEN VON WILDSAUEN.....

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Jagd1 Redaktion
29. Oktober 2020

Sehr geehrter Herr Wimmer,
vielen Dank für Ihren Kommentar und die lobenden Worte.
Wir wünschen Ihnen eine gute Zeit und Waidmannsheil
Ihr Jagd1-Team

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