Jagd bei Regen

Der nun vergangene Sommer war ja leider großflächig sehr verregnet. Wer nur bei schönem Wetter jagen geht, wird nicht viel waidmannsheil gehabt haben. Aber wie sind Eure Erfahrungen mit der Jagd bei Regen, geht Ihr sogar besonders gerne bei Regen raus? Schwarzwild soll ja nicht umsonst den Begriff des Sauwetters geprägt haben…

Wild besonders vertraut bei Regen

Ich für meinen Teil kann jedenfalls behaupten, dass ich bei und nach längerem Regen die schönsten Anblicke hatte. Mal waren es die Sauen mit ihren Frischlingen, mal waren es kapitale Rothirsche. Jeweils zu Tageszeiten und Lichtverhältnissen wo ich nie damit gerechnet hätte. Ich würde sogar behaupten, dass das Wild besonders vertraut ist, wenn es regnet. Offensichtlich genießen sie die Ruhe der fehlenden Spaziergänger, Jogger oder Pilzsammler. Gerade wenn es dann aufhört zu regnen, verlassen sie Wald und Dickicht um wieder trocken zu werden. Das Pirschen während des Regens bietet ebenfalls viele Vorteile. Boden, Blätter und Stöckchen sind nass und verursachen beim Drauftreten kaum Geräusche, während der Niederschlag an sich hörbar zu Boden fällt und von den Ästen tropft. Die Jagd bei Regen ist also ein ganz besonderes Erlebnis.

Wetterfeste Ausrüstung von Nöten

Mit den heutigen Wetter-Apps und ihren Regenradar-Bildern lassen sich die Niederschlagszeiten recht gut voraussagen. Man kann also relativ gut planen, welche Kanzel man aufsucht um selbst eher trocken z. B. einen Waldrand zu beobachten. Eine offene Leiter würde ich auch mit der heutigen super Kleidung nicht für meinen Ansitz im Regen wählen, denn das macht mir nur wenig Spaß und Waffe und Optik leiden auch unnütz. Apropos super Kleidung, aus eigener Erfahrung kann ich moderne regendichte Stoffe , z. B. von Deerhunter, wärmstens empfehlen! Innen und außen eine gemütliche warme Fleecejacke, lässt die Unterschicht doch keinen Tropfen Feuchtigkeit durch! Entsprechende Hosen gibt es natürlich auch, so habe ich in dem aktuellen Sommer meine Beine stets mit der Pinewood Grouse Lite trocken gehalten. Diese Hose sieht durch die Wildlederoptik ferner noch sehr ansprechend aus! Bei solchen Wetterlagen zeigt sich auch einer der Vorteile eines Jagdhutes gegenüber eines Caps: Die umlaufende breite Krempe schützt Gesicht und Nacken vor eindringender Nässe.

Nasse Waffe nicht in den Tresor

Natürlich darf man die nasse Waffe nach der Jagd bei Regen keinesfalls zum Trocken in den Tresor stellen. Trocken wischen und anschließend wieder mit Waffenöl behandeln sind ein Muss! Dieses wasserabweisende Öl verhindert also auch beim nächsten Regenansitz die Korrosion der Metallteile. Die Pflege des Holzschaftes aber auch aller anderen Teile kann z. B. auch gut mit Ballistol erfolgen.

Dass das Wetter aber seine Tücken hat, sollte jeder schon in der Schule gelernt haben. Bei Gewitter, Sturm oder dichtem Nebel würden wir uns oder andere (Schuss in den Nebel…) in Gefahr bringen! Ich jedenfalls bevorzuge bei solchen extremen Wetterlagen dann doch das Sofa. Ist dann aber die Wetterberuhigung in Sicht, verlasse auch ich wieder meinen Einstand…

Anzeige