Das richtige Einschießen von Büchsen

Um die Jagd richtig auszuüben, müssen Büchsen präzise schießen. Der Streukreis sollte gering sein. Nur wer seine Waffe richtig pflegt und korrekt einschießt kommt in den Genuss einer problemfreien Jagdwaffe. Aber auch wenn die Waffe einmal eingeschossen ist, gibt es immer wieder Gründe für eine Neujustierung. ( z.B Munitionswechsel, Zielfernrohr angeschlagen… usw.)

Eingeschossen sollte die Waffe möglichst durch den Besitzer, den jeder Mensch hat einen etwas anderen Blickwinkel. Daher sollte man das Einschießen besser nicht dem Büchsenmachern überlassen.

Das Einschießen

Anschussböcke sollten als Auflage für den Vorder- und Hinterschaft benutzt werden. Das Gewehr sollte nach Möglichkeit nicht auf einem harten Untergrund liegen, da es schnell zu Hochschüssen kommen kann. Der Lauf muss frei schwingen können. Nutzen Sie eigene neue Anschussscheiben, da die Scheiben auf Schießständen oftmals schon ziemlich zerschossen sind. Vor dem Schuss sollte auf eine bequeme Körperhaltung geachtet werden. Sitzen Sie möglichst aufrecht, und richten Sie die Höhe der Auflage so ein, dass die Schaftkappe volle in die Schulter eingezogen wird. Um die Präzision der Waffe genau austesten zu können, müssen beide Arme samt Ellenbogen aufliegen..

Jetzt sollte die Waffe erstmal angeschossen. Sie müssen schauen, wohin die Büchse überhaupt schießt. Dazu werden 5 Schüsse auf den selben Haltepunkt abgegeben. Wichtig ist: Lassen Sie zwischen den Schüssen genügend Zeit, damit der Lauf abkühlen kann. Etwa zehn Minuten sind angesagt. Bei der Schussabgabe sollten Sie auf Ihren Atem achten, d.h. nach einem tiefen Atemzug wieder halb ausatmen und anschließend die Luft anhalten. Den Druck des genau von vorn an den Abzug angelegten vordersten Glieds des Zeigefingers langsam und gleichmäßig erhöhen bis Sie vom Schuss „überrascht“ werden. Die Hand sollte dabei möglichst ruhig bleiben.

Um den Knall abzudämpfen, sollte der Mund bei der Schussabgabe leicht geöffnet sein. Außerdem raten wir immer zur Verwendung eines Gehörschutzes! Das beugt dem „Mucken“, also dem unabsichtlichen Verreißen der Waffe, vor. Probieren Sie während und nach dem Schuss weiter durch das Zielfernrohr zu schauen, um den Schussablauf nicht zu unterbrechen.

Und wie es eben so ist, die Waffe schießt nicht dorthin wo sie hin soll. Das eigentliche Einschießen beginnt.

Das Zielfernroht muss justiert werden. Davor wird der Abstand  (Höhen- und Seitenabweichung des Gruppenmittelpunktes) vom Haltepunkt gemessen und das Zielfernrohr justiert. Man muss es dahin drehen, wohin der Schuss gehen soll. Jagdpatronen haben ein Entfernungsspektrum. Um das optimal ausnutzen zu können, sollte die Büchse auf die Günstigste Einschussentfernung (GEE) eingeschossen werden. Dafür sollten die Treffer der Patronen auf 100 Meter Entfernung ca. 4,0 cm über dem Haltepunkt liegen. So nutzt man die Flugkurve des Geschosses und kann bis rund 200 m ohne große Treffpunktverlagerungen schießen.

Beim Einschießen sollten Streukreise von maximal 5 Zentimetern erreicht werden. Je geringer, desto besser! Man muss nämlich immer bedenken, dass die Streuung auf der Jagd durch schlechtere Schiessbedingungen oft fast doppelt so groß ausfällt.

Jäger lösen Großeinsatz der Polizei aus

Für das Einschießen ist es besser, Schießstände zu besuchen. Anfang Juni nämlich lösten zwei Jäger einen Großeinsatz der Polizei aus, weil sie verschiedene Kaliber im Revier selbst einschossen. Anwohner meldeten die Schüsse der Polizei. Die nahe Bundesautobahn A44 wurde komplett gesperrt. Erst als sich herausstellte, dass die Schüsse von Jägern abgegeben wurden, entspannte sich die Lage. Die zwei Waidmänner machten aber trotzdem Bekanntschaft mit vermummten Spezialkräften. Sie zeigten den Beamten Waffenbesitzkarte und Genehmigungen, wurden aber von den Beamten gebeten, das Einschießen an anderer Stelle fortzusetzen. Das Einschießen im Revier ist rechtlich erlaubt, für die Jäger hatte der Vorfall keine Konsequenzen.

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