Jagd1-Leser berichtet: Erfolgreiche Bockjagd im Hochsommer

Jagd1-Leser berichtet: Erfolgreiche Bockjagd im Hochsommer

Gerade jetzt, wenn ich auf Jagd will, muss es anfangen wie aus Kannen zu regnen. Die ganzen letzten Tage waren so heiß und trocken und wunderbares Wetter. Etwas misstrauisch schaue ich aus dem Fenster. Ein kurzes Gewitter wäre ja ideal, aber es scheint so, als würde es sich einregnen. Die Natur hatte diese Erfrischung aber bitternötig und so beschloss ich trotzdem meine Sachen zu packen und fuhr ins Revier. Überall stiegen Nebelschwaden auf, denn die erwärmten Wege ließen viele der dicken, fallenden Tropfen gleich wieder verdampfen.

Erfolgreiche BockjagdMeine kleine Pirsch zu einem Drückjagdbock ging durch ein Kiefernbaumholz mit reichlich Naturverjüngung. Immer wieder glaste ich ab, doch bei diesem starken Regnen wollte sich nichts zeigen. Etwas gutes hatte der Regen ja, meine Schritte über die vielen kleinen trockenen Ästchen waren für das Wild wohl kaum vernehmbar.

Als ich dann an meinem kleinen Sitz ankam, der in einem Lärchenbestand unter einer dicken Überhälterbuche stand, richtetet ich mich auf einen verregneten Abendansitz ein. Vor mir lag ein gut einsehbarer Grund, jedoch wurde mir schnell bewusst, dass wenn hier etwas erscheint – es nicht leicht zu beschießen wäre. Die vielen Totäste der Lärchen bieten kaum Schussfeld.

Nach einer Weile des Zusammenkauerns bemerkte ich im Grund jedoch etwas. Der rote Fleck war eben noch nicht da. Ein starkes Stück Rehwild zog gerade über eine kleine Kuppe im Gelände. Sehr kräftig sah es aus und ließ einen Bock vermuten, als es dann das Haupt erhob wurde mir schnell bewusst, dass es jetzt Zeit zum Handeln sei. Der Bock war stark, im Wildbret wie auch im Gehörn und das eisgraue Gesicht ließ meinen Puls schlagartig schneller werden. Doch schon war der Bock hinter der besagten Lärchengruppe spurlos verschwunden. Der Wind stand auch nicht sonderlich gut und ich wurde nervös. Den Blatter bereits in der Hand, versuchte ich irgendeine Bewegung auszumachen und dann, nach etwa 3 schier unendlichen Minuten wackelte eine Eberesche – der Bock war also noch da und fegte gerade das kleine Bäumchen. Dann zog er weiter und ausgerechnet in eine kleine freie Lücke zwischen den dichten Lärchenstämmen. Der Schuss peitschte heraus und das Haupt des Bockes sank auf die Nadelstreu. Mein Herz pochte wie verrückt.

Ich blieb noch eine Weile sitzen und überlegte, wie es wohl zu meinem Glück an diesem Abend kam. Es regnete immer noch. Ein paar mal war ich schon in diesem Revierteil, doch nie hab ich auch nur die leiseste Ahnung gehabt, dass dort solch ein Recke seine Fährte zieht. Jedoch hatte ihn wohl der starke Regen und die Abkühlung mobil werden lassen. Wahrscheinlich wusste der Bock, dass bei solch einen schlechten Wetter kein Mensch unterwegs sei. Mit mir hatte er wohl nicht gerechnet.

Die rote Arbeit ging wie von alleine und schwitzend zog ich den Bock durch den Wald den Berg hinauf an den Waldrand, wo am Stoppelfeld mein Auto stand. Während der Strapazen bemerkte ich gar nicht, wie es aufhörte zu regnen und am Feld angekommen durfte ich eine herrliche Aussicht genießen. Zwischen den dicken grauen Wolken konnte man in einer Lücke das herrliche Abendrot sehen. Noch eine Weile saß ich neben meinen Erntebock und sinnierte vor mich hin. Der Bock wird hier wohl früher die eine oder andere Ricke übers Feld getrieben haben.

Bock:
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Datum: 24. Juli 2018
Uhrzeit: 20:25 Uhr
Alter: ca. 6 Jahre
Gewicht: 21 Kg
Waffe: Sabatti BBF 8×57 IRS
Entfernung: 100 m
Flucht: 0m

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