Erntejagd gleich effektive Wildschweinjagd?

Erntejagd gleich effektive Wildschweinjagd?

In diesem Jahr hat die Getreideernte bereits begonnen und die Maisernte steht vor der Tür – dies bedeutet, dass auch die Erntejagd ein wichtiges Thema ist. Diese Jagdmethode wirft unter anderem zwei Fragen auf: Welchen Zweck erfüllt die Erntejagd? Und wie verläuft sie sicher? Denn diese Art der Jagd birgt auch ihre Risiken. Worauf muss man also besonders achten? In diesem Artikel sprechen wir einige zentrale Punkte an, die für eine sichere und erfolgreiche Erntejagd von Bedeutung sind.

Notwendigkeit der Wildschweineindämmung

Landwirte und Jäger müssen den Erntetermin und die Ernteorte abstimmenIn den letzten Jahren und Jahrzehnten ist ist die Anbaufläche von Mais und Raps stark gewachsen und nimmt mittlerweile zehn Prozent der Bundesfläche ein. Damit sind die landwirtschaftlichen Futterquellen in den letzten 50 Jahren um das 26fache gestiegen. Deswegen siedelt sich das Schwarzwild inzwischen gern langfristig, sprich bis zu fünf Monate pro Jahr im Feld an. Besonders Mais bietet ihnen einen hervorragenden Lebensraum. Der hoch stehende Mais bietet Schutz und ausreichend Nahrung, sodass sich die Schwarzkittel stark vermehren können. Experten sprechen inzwischen sogar von einer Vermehrungsrate von bis zu 360%. Dies bedeutet, dass sich, ohne den Eingriff von Jägern, die Zahl der Wildschweine von beispielsweise 1000 Tieren in einem Jahr auf ca. 3600 im Folgejahr erhöhen würde.

ohne Eingriff von Jägern würde sich die Zahl der Wildschweine von einem zum nächste Jahr erhöhenDie Seuchengefahr steigt damit bedenklich. Besonders gefährlich gestaltet sich die Schweinepest, welche auch Schweine zur Lebensmittelproduktion befallen könnte. Gleichzeitig richten das Schwarzwild auch erhebliche Schäden am Mais an: eine Gruppe von 10 bis 15 Tieren ist in der Lage in einer einzigen Nacht durch Wildschäden einen vierstelligen Verlust für den Landwirt im Ernteertrag anzurichten. Daraus folgt die Notwendigkeit, den Wildschweinbestand zu reduzieren. Für die Erntejagd bedeutet dies, dass Landwirte und Jäger den Erntetermin und die jeweiligen Ernteorte abstimmen müssen, um eine effektive Jagd zu einem günstigen Zeitpunkt zu ermöglichen.

Acht geben bei der Erntejagd

Auf der Erntejagd mit SignalkleidungNeben der vorbereitenden Koordination der Erntejagd, ist auch die Einhaltung wichtiger Sicherheitsregeln bei der Jagd selbst. Bewegungsjagden stellten sich dabei als optimal heraus, fordern aber auch viele Maßnahmen und Absprachen im Vorfeld: Warnschilder für Autofahrer und sonstige Verkehrsteilnehmer müssen aufgestellt werden, genaue Abstimmung zwischen Landwirt und Jäger sind erforderlich. Es muss von den Jägern ein Mindestabstand zu den Erntefahrzeugen eingehalten werden und auch der Sicherheitsabstand unter den Schützen sollte gewährleistet sein. Eine besondere Rolle nimmt der Jagdleiter ein: er überprüft vor der Jagd unter anderem die Jagdscheine der beteiligten Jäger, legt Zeitpunkte, Schusswinkel, zu schießende Tiere und die zu nutzenden Jagdstände fest. das heißt, was der Jagdleiter sagt, ist auf der Erntejagd Gesetz. Niemand verlässt unaufgefordert die Position, die ihm zugeteilt wurde, da hieraus leicht Gefahrensituationen entstehen. Außerdem ist Signalkleidung zu tragen. Dies ist wichtig, da so alle Jagdteilnehmer  sich klar von der Umgebung abheben und so schnell zu erkennen sind.

Ideal: Erntejagd vom Hochsitz

In den letzten Jahren ist ist die Anbaufläche von Mais und Raps stark gewachsenFür die Erntejagd besonders zu empfehlen, sind erhöhte Schusspositionen. Hierfür bieten sich beispielsweise mobile Hochsitze an, die man auf dem Anhänger befestigen und so gezielt platzieren kann. Der Hochsitz sollte bestmöglich – mit mindestens einem Spanngurt – gesichert sein und auf der Plattform einen Riegel zum Verschließen und damit zur Sicherung des Jägers haben. Die erhöhte Position auf dem Stand gewährt eine bestmögliche Ausgangsposition für die Erntejagd. Oben auf dem Stand angekommen muss der Jäger sich zunächst mit seiner Umgebung vertraut machen und genau beobachten, was um ihn herum passiert. Zuletzt noch eine der wichtigsten Regeln zur Erntejagd: es darf nie ein Schuss parallel zum Boden oder gegen den Himmeln abgegeben werden, weil dadurch Personen oder Tiere noch in weiter Entfernung gefährdet werden. Stattdessen wird immer in Richtung Boden als Kugelfang geschossen. Aus diesem Grund ist die Jagd vom Hochsitz bei der Erntejagd ideal. In jedem Fall gilt bei der Erntejagd: eine gute und umsichtige Vorbereitung ist das A und O. Die Ansagen des Jagdleiters sind unbedingt zu befolgen, denn bei dieser Jagd hat jeder Teilnehmer einen ihm fest zugewiesenen Platz. Wenn man die Regeln befolgt, ist der Erfolg so gut wie sicher und auch die Gefahren werden erheblich minimiert.

Für alle, die sich für die Problematik der ständig wachsenden Wildschweinpopulation interessieren, empfehlen wir auch unseren Artikel „Problemfall“ Wildschwein: warum gibt es so viele von ihnen?

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