Die Schwarzkittel im Visier

Die Schwarzkittel im Visier

Wir verraten, welche Hintergründe Sie bei der Schwarzwildjagd bedenken sollten und geben Tipps für den Jagderfolg.

Aktuell findet man im Netz wieder vermehrt Bilder und Videos von Schwarzwildrotten, die durch ein Wohngebiet ziehen. Dies ist einerseits auf einen Anstieg der Bestände zurückzuführen, aber auch auf die Erweiterung des Lebensraums bei der Nahrungssuche. Die Jagd auf die Schwarzkittel im Winter gewinnt damit zunehmend an Wichtigkeit. Dabei gilt es auf die Veränderungen in der Rottenstruktur zu achten und das Revier aufmerksam im Blick zu behalten.

Die fehlende Leitbache

Schwarzwildrotte Oft liegt der Fehler im Irrglauben, die Rotte durch das Strecken der Leitbache zu dezimieren. Aber schon die Betrachtung einer typischen Rottenstruktur deckt diese Fehleinschätzung auf. Die Leitbache ist für die Synchronisierung der Rauschzeit verantwortlich und sorgt so für optimale Bedingungen beim Frischen. Werden zu viele Alttiere erlegt, gerät der Rhythmus aus dem Gleichgewicht und führt zum Frischen starker Jungtiere zu allen Jahreszeiten. Dadurch trifft man im Revier gerade im Januar vorwiegend auf bunt gemischte Rottenstrukturen.

Ob einzelne Überläuferbachen, Frischlingsrotten sowie Überläuferkeiler einzeln oder in Rotten – beim Ansprechen sollte die veränderte Rottenstruktur bedacht werden. Die Leitbache ist das ranghöchste Tier und von kräftiger, gesunder Statur. Unsauberes Ansprechen führt nicht selten zur Verwechslung von Keiler und Leitbache. Außerhalb der Rauschzeit ist der Keiler jedoch nie bei der Rotte. Zudem sollten auch Keiler nicht unbedacht freigegeben werden. Erfahrenen Alttiere tragen ebenso zu einer schnellen und effizienten Paarung bei und vermeiden so das Frischen zu Unzeiten. Aus Hegesicht sind bei der Schwarzwildjagd Überläufer meist die beste Wahl.

Schwarzwildjagd an der Kirrung oder am Wechsel

Schwarzwild auf der Nahrungssuche im Schnee In der Winterzeit bietet das offene Gelände keine Deckung mehr. Die Sauen ziehen zur Nahrungssuche also vom Wald auf die Felder oder das Grünland. In der Nacht bieten sich vor allem bei Schnee optimale Vorrausetzungen zum Pirschen. Tagsüber findet man das Wild in den Dickungen im Wald.

Das Ansitzen an Kirrungen ist bei Jägern und Jägerinnen oft erste Wahl. Unerlässlich ist dabei ein bedachtes Auswählen und Pflegen der Kirrplätze. Oft werden Kirrungen von den Tieren nicht angenommen und der Jagderfolg bleibt aus. Wenige, gut gepflegte Kirrungen sind erfolgversprechender als viele Kirrungen, die nur mäßig kontrolliert werden. Besonders gut eignen sich Stellen im Revier mit lichtem Baumbestand, an denen gute Lichtverhältnisse herrschen. Zudem sind unterschiedliche Windverhältnisse im Gelände bei der Wahl des Ansitzes zu berücksichtigen. Empfehlenswert sind Wildkameras an der Kirrung, um das Treiben zu beobachten und auch die Wechsel nachvollziehbar zu machen.

Das Pirschen am Wechsel ist besonders interessant und erfolgsversprechend. Dadurch kommt man vor allem bei ruhigem und windstillem Wetter sehr nah an das Wild. Ein Pirschstock, Fernglas, eine lichtstarke Optik für kurze Entfernungen sowie geräuscharme Bekleidung und Schuhe sind die optimale Ausrüstung für den Pirschgang. Und wie immer steht die Sicherheit an erster Stelle. Auch beim Pirschen darf der Kugelfang nie vergessen werden. Zudem ist eine Absprache mit Mitjägern erforderlich.

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1 Kommentare

CD
24. Januar 2019

Interessanter Artikel. Tipps zur richtigen Kirrung wären ergänzend sehr hilfreich.

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