Jagdbericht: Auf Krähenjagd Ende August

Jagdbericht: Auf Krähenjagd Ende August

Meine Flinte steht schon viel zu lange im Waffenschrank und wird nicht benutzt, nun soll es zu meiner ersten Jagd auf Krähen gehen. Ich bin eingeladen, zusammen mit 3 Bekannten einen Morgen auf die schwarzen Gesellen zu jagen. Nach einem guten Abendbrot und viel Jägerlatein geht es nach viel zu wenigen Stunden Schlaf um 3 Uhr morgens raus zur Krähenjagd.

KrähenjagdEin schneller Snack und ab geht es mit dem abends gepackten Auto zu der vorher ausgemachten Stelle für unseren zwei-Mann-Schirm. Zwischen einer Wiese und einem relativ frisch abgeernteten Stoppelacker verläuft ein alter Weidezaun mit einem jungen Kirschbaum. Dort bauen wir in stockdunklen den Schirm auf, legen Tarnnetze drüber und setzen die ca. 25 Lockkrähen verschiedener Bauart vor uns auf die Stoppeln. Mit unseren Kopflampen begutachten wir noch schnell unser Konstrukt und parken dann das Auto ein ganzes Stück entfernt und laufen mit den Flinten zum Schirm.

Noch sind Krähen außer Reichweite

Krähenjagd auf dem FeldMein 3mm Schrote, die ich noch rumliegen hatte sollen etwas zu groß sein hatte man mir schon vorher gesagt, doch knauserig wie ich bin habe ich mir keine anderen mehr gekauft. Im Schirm richten wir uns erst mal ein, rücken die Tarnnetze zurecht, sodass wir gut gucken können und laden die Flinten. Schon jetzt bemerke ich den Vorteil einer Selbstladeflinte in dem doch recht engen Schirm. Ich muss meine Waffe brechen und nach unten halten beim Laden, was doch umständlicher ist. Schon fängt es an zu dämmern und von weit entfernt hört man die ersten Krähen schon rufen. Doch noch entfernen sie sich nicht weit von den Schlafbäumen. Doch nicht lange dauert es, bis sich die ersten Gruppen aufmachen und in der Landschaft verteilen. Wenig später haben wir den ersten Anflug und ich mache mich bereit meine erste Krähe zu schießen. Doch der vorsichtige Vogel fliegt grade so weit an uns vorbei, dass er nicht auf Schrotschussentfernung ist. Ich entspanne mich wieder.

Ein erster Erfolg

KrähenKeine Minute später kommen drei auf uns zu und wieder mache ich mich bereit. Sie fliegen über uns und drehen, um einzufallen. Ich gehe in den Anschlag schwinge mit und schieße zwei Mal. Aufgescheucht fliegen die drei Krähen davon. Ich sehe meinen Schirmnachbarn grinsen, „ja das passiert“. Ich ermahne mich, beim nächsten Mal konzentrierter zu schießen. Wenig später kommt eine einzelne Krähe und fällt in unser Lockbild ein. Jetzt ist mein Schirmnachbar dran. Die Krähe fliegt auf und fällt nach dem zweiten Schuss aus seiner Flinte zu Boden. Er kann kaum nachladen da kommt schon wieder eine, auch sie trifft er mit dem zweiten Schuss. Die nächste ist wieder für mich und wieder jage ich die 3mm Schrote an dem schwarzen Vogel vorbei. Langsam fängt es an mich zu ärgern. Als mein Nachbar an einer Krähe drei Mal vorbei schießt stört mich mein Versagen nicht mehr ganz so. Nun kommen drei auf uns zu und fallen im Lockbild ein. Wir klären kurz wer auf welche Schießt uns stehen auf. Meine fällt mit dem zweiten Schuss zu Boden, seine entkommt nach drei Fehlschüssen. Meine erste Krähe.

Keine schlechte Strecke

KKrähenjagdrähen kommen und gehen, ohne in Reichweite zu sein. Unsere spärliche Beute haben wir schon am Schirm versteckt. Es dauert eine Weile, bis sich wieder welche ran trauen. Nun erlegt mein Nachbar zwei Krähen mit zwei guten Schüssen. Wieder kommt eine Einzelne und will einfallen. Die drei Schuss meines Nachbarn und mein erster gehen glatt an der Krähe vorbei als ich mehr aus Frust noch meinen zweiten hinterher schieße und damit die Krähe treffe. Erstaunt schauen wir uns an, damit hatte keine mehr gerechnet. Gegen 8:30 Uhr bauen wir ab und hoffen, dass die anderen mehr Glück hatten. Der Abbau dauert auch wieder ein Weilchen und so machen wir uns nach den paar Minuten auf zum Treffpunkt. Einer der anderen beiden hatte mehr Glück uns so liegen am Ende 27 Krähen von vier Schützen. Auch wenn ich selbst nicht viel Strecke gemacht habe, war es für mich ein spannendes Erlebnis. Auch diese Lockjagd war für mich sehr interessant und ich werde sie bestimmt wiederholen.

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2 Kommentare

krähenjäger
28. August 2013

Sehr gut! Wieder einer der massig Krähen schlaugeschossen hat ohne die einfachste Regel zu beachten: sich erst informieren und die Schießkünste verbessern und dann erst auf die Jagd gehen!

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jagdbruno
22. August 2014

Leider denken immer noch zu viele Waidgenossen, dass die Krähenjagd der Taubenjagd gleich, leider ist dies nicht der Fall ,die schlauen schwarzen Tiere lernen sofort aus den Fehlern der Jäger und warnen noch ihre Art Genossen, Also meine Bitte an alle welche sich versuchen wollen .
Informiert euch oder geht mit einem Jäger welcher das bereits öfters "erfolgreich gemacht hat" dazu fällt mir ein
" wer dreißig Jahre etwas falsch gemacht hat denkt er hätte Erfahrung"
Besser machen. Besten Dank

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