Abfangen mit der blanken Waffe

Gedanklich hat wohl jeder Jäger die Situation schon mal durchgespielt, viele haben auch schon eigene Erfahrungen damit: Das Abfangen von Wild mit der kalten bzw. blanken Waffe. Gekonnt ausgeführt, erlöst es doch krankes Wild fast schlagartig vor weiterem Leid. Der häufigste zu erwartende Fall ist der Verkehrsunfall mit Wild, zu dem der Jäger gerufen wird.

Das Tier von unnützen Leid geschützt werden

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Vor Ort erfolgt die Abwägung, das verletzte noch lebende Stück mit der Schusswaffe oder dem Jagdnicker zu erlösen. Tierschutzrechtlich ist jedermann verpflichtet, Tiere vor unnützem Leid zu bewahren. Für den Ungeübten empfiehlt sich grundsätzlich der Einsatz der Schusswaffe, aber was ist, wenn dieses aufgrund der örtlichen Verhältnisse nicht möglich ist? Dennoch muss gehandelt werden! Dann bleibt im Regelfall nur noch der Messereinsatz.

Bei einem sich wehrenden und klagenden Stück sicher keine schöne Aufgabe. Die waidgerechte und mit Abstand schnellste Methode ist das Durchtrennen des Rückenmarks durch den Stich ins Genick mit einem schlanken Jagdmesser an der Schädelbasis (Abnicken). Dieses erfordert aber Erfahrung und sollte zunächst am bereits toten Stück geübt worden sein. Sicherer aber auch in wenigen Sekunden tödlich ist der Stich hinters Blatt leicht schräg nach vorne. Ein dabei im weiteren Verlauf ausgeführter Schnitt im Wildkörper führt zur Verletzung von Herz, Lunge und großer Blutgefäße.

Vorsicht ist immer geboten

Vergessen Sie dabei aber niemals die Wehrhaftigkeit eines um sein Leben kämpfenden Tieres! Sollte zum Beispiel beim Schwarzwild der sichere Schuss nicht möglich sein, würde sich unbedingt der Einsatz der Saufeder empfehlen. Dieses gilt insbesondere bei Jagden wo bereits die Hunde das Stück gefangen haben und der Einsatz der Schusswaffe das Leben der Hunde gefährden würde. In jedem Fall sollte das Durchschneiden der Kehle zum Zweck des Erlösens eines kranken Stückes Wild unterbleiben, da diese Verletzung zu einem viel zu langen Todeskampf führen würde.

Text und Bilder: Olaf Weddern

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